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Parpaillon

Kurzbezeichnung :

Parpaillon

Originalname :

Col du Parpaillon

Land :

Frankreich

Gebirge :

Alpen

Höhe :

2645 m

Länge :

41 km

Lat/Long:  44.488730 6.645527  Texte   Google-Map   Google-Route 

Beschreibung :

Von den Schotterpässen in den Alpen ist der Col du Parpaillon sicherlich einer der bekannteren. Selbst wer nur auf Asphalt unterwegs ist und sich eher selten mit anderen Bikern unterhält, dem dürfte der Name geläufig sein. Mit über 20 Kilometer reinem Schotteranteil hat er zudem eine der längsten, ununterbrochenen Naturpisten zu bieten, die in den französischen Alpen gefunden werden können.

Parpaillon - Ostrampe unten KehreDie schwerere Ostrampe beginnt im Ort La Condamine Châtelard. Auf den ersten Kilometern werden mehrere Kehren durchfahren, die selbstredend alle noch asphaltiert sind. Die Gegend ist Skigebiet, entsprechend breit ist die Straße ausgelegt. Der lichte Bewuchs am Berg lässt Talblick häufig zu, der Talort ist desöfteren von oben zu sehen.

Parpaillon - Ostrampe unten Blick auf Talort Pano

Parpaillon - Ostrampe unten Abzweigung4,7 Kilometer hinter dem Talort muss in einer engen Linkskehre rechts abgebogen werden. Nur ein kleines Schild weißt daraufhin, weshalb ich es zuerst übersehen habe. Landet man oben an einer Skistation in einer Sackgasse, ist man zu weit gefahren.

Parpaillon - Ostrampe unten letzten Meter AsphaltRund eineinhalb Kilometer später war es das mit asphaltiertem Untergrund. Links steht eine Schutzhütte, rechts Infotafeln über Wanderwege in der Gegend, geradeaus wird es schmutzig. Somit beginnt der Schotter bei Streckenkilometer 6,1 und das erste Drittel der Rampe liegt bereits im Rückspiegel.

Parpaillon - Ostrampe Mitte Bike Wald PisteDas zweite Drittel startet mit angenehm zu fahrendem Schotter. Es ist sehr eben, Steingungen gibt es kaum welche, Schlaglöcher sind selten, ringsherum ist es überall grün und dicht bewaldet. Rechts der Straße fließt ein Fluß, der wegen des dichten Bewuchses schwer zu sehen ist, oder ein ganzes Stück unterhalb der Straße liegt. An manchen Stellen ist der Blick nach unten frei, und bis dahin lässt der Belag es auch noch zu, hin und wieder einen Blick in die Landschaft zu wagen.

Parpaillon - Ostrampe Mitte Belag Geröll 3DHinter einer kleinen Holzbrücke über das Flüßchen Le Bérard wird es sehr steil, dadurch unebener und ausgewaschener. Eine dicke Geröllschicht ziert die Mitte der Fahrbahn, die sehr wackelig zu durchfahren ist. Die Steigung ist nur auf wenigen hundert Metern spürbar, die Geröllschicht jedoch von da an häufig mit von der Partie.

Parpaillon - Ostrampe Mitte Hütte und BrückeBei Streckenkilometer 10,8 endet das mittlere Drittel. Wieder taucht eine kleine Holzbrücke auf, dazu links eine Hütte für Wanderer. Kurz zuvor hat sich der Wald immer weiter gelichtet, bis man schließlich mit Überqueren der Brücke die letzten Bäume dieser Rampe hinter sich lässt. Ab da wird es kahl. Wer weiß wo die Passhöhe ist oder sein müsste, kann sie von unten bereits sehen oder erahnen.

Parpaillon - Ostrampe oben Blick von oben auf KehrenEs geht nun stetig steiler nach oben, mehrere Kehren liegen auf dem Weg. Die Gegend ist herrlich einsehbar, von oben selbstredend besser als von unten. Das Tal wird nicht mehr gewechselt, daher ist die ganze Zeit dasselbe zu sehen, nur die Perspektive ändert sich. Auch die kleine Brücke ist hin und wieder mit im Bild, wenn sie nicht von Bäumen verdeckt wird.

Parpaillon - Ostrampe oben Blick in kahle Landschaft Pano

Parpaillon - Ostrampe oben Belag 3DDer Belag ist in dem Bereich als mittelschwer einzustufen. Viel loses Material, das sich nicht immer in der Mitte befindet sondern auch gerne Schlaglöcher ausfüllt. Steine bis zur Größe eines Fußballs liegen auf dem Weg, durch die Bank mit scharfen Kanten versehen. Wählt man die falsche Spur, arbeitet sich das Vorderrad über dezimeterhohe Stufen, meisten können solche extremeren Stellen jedoch umfahren werden. Der ganze obere Teil ist natürlich ungesichert, neben der Straße geht es mindestens im 45 Grad Winkel bergab, ohne das Mäuerchen oder Leitplanke was dagegen einzuwenden hätten.

Parpaillon - Ostrampe oben Abgrund HelmcamJe höher man kommt, umso schwieriger wird es. Steine werden größer und zahlreicher, Möglichkeiten den Problemzonen auszuweichen geringer. Noch dazu wird die Piste schmaler und die Hangneigung nähert sich den 90 Grad. Erinnert vom Aussehen her fast ein wenig an den Sommeiller, obwohl ich den als schwieriger einstufe und die heftigste Passage am Parpaillon wesentlich kürzer ist. Nichtsdestotrotz ein Augenschmaus, auf mieser Piste so nah am Abgrund zu fahren. Kommt ein Auto entgegen, sollte frühzeitig nach einer sicheren Haltebucht geschaut werden.

Parpaillon - Ostrampe oben kurz vor PH HelmcamVon der Holzbrücke aus ist dieses letzte Stück rund 7 Kilometer lang, bei Streckenkilometer 17,7 ist man oben und am stockfinsteren Scheiteltunnel auf 2.645 Meter Höhe angekommen. Der sabbert meist ein bisschen, egal wie heiß das Wetter sein mag. Unter Passhöhe habe ich weitere Worte über ihn und seine Launen verloren, denn ganz ohne Respekt sollte er nicht durchfahren werden.

Das schwarze Loch ist 600 Meter lang, dahinter wartet die nördliche Passhöhe, die wie ihr südliches Gegenstück nur einen Parkplatz zu bieten hat. Die Talsicht ist nett, ähnlilch kahl wie an der Rampe zuvor.

Parpaillon - Westrampe oben Landschaft Pano

Parpaillon - Westrampe oben kahle LandschaftDie Aussicht ist somit fast dieselbe, sehr kahl und viele hohe Berggipfel. Der weitere Straßenverlauf kann als beiges Band gut in der grasbewachsenen Gegend ausgemacht werden. Sind mir auf der anderen Seite keine Kühe aufgefallen, rennen sie im Westen vermehrt herum. Das gilt auch für Wanderer und andere Urlauber, die es sich in der Landschaft gut gehen lassen. Das mag mit der Straße zusammenhängen, die wesentlich materialschonendern ist.

Parpaillon - Westrampe oben Belag 3DDas Geröll ist feiner, teilweie fährt man auf Erde und Sand, darunter befindet sich fester Untergrund ohne viele Schlaglöcher. Auch Geröllpfützen und kantige Stufen sind kaum anzutreffen, man kann die Reise und die Umgebung richtig genießen. Außer natürlich es ist naß, da könnte diese Sand-Erde-Mischung sogar rutschiger sein als blanker Fels.
Die ersten 3 Kilometer hinter der Passhöhe sind sehr einfach zu fahren. Danach wird es ein wenig steiler und an machen Stellen ein bisschen schwerer, aber die meisten der etwas komplizierten Stellen können umfahren werden.

Parpaillon - Westrampe oben SchrankeMittendrin gibt es eine Schranke, oder besser ein Schränkchen. Zuerst war ich verwundert, dachte die hätten die Straße mit einem Kabel oder ähnlichem abgesperrt. Aber nein, es sind nur zwei Plastikstanken, die bei langsamer Fahrt leicht aufgehen und höchsten den Lack von Autos zerkratzen, aber für die überall weidenden Kühe scheinbar eine unüberwindbare Hürde darstellen.

Rund 8 Kilometer nach der Passhöhe, bei Streckenkilometer 26, tauchen dann tatsächlich die ersten Bäume auf.

Parpaillon - Westrampe Mitte Baumgrenze Pano

Parpaillon - Westrampe Mitte WaldEs geht hinein in dichten Wald, in dem ein auf manchen Straßenkarten als gefährlich markierter Abschnitt liegt, eine lange Gerade führt steil den Berg hinunter. Auffällig steil, nicht nur ein bisschen steiler. Da der Belag in dem Part wieder felsiger und die Schicht losen Gerölls dünner war, war der Abschnitt aber mit am einfachsten zu bewältigen.

Noch immer im dichten Wald, wird bei Kilometer 27 erneut eine Brücke überquert. Diese passiert, wird der Schotter wieder von Asphalt abgelöst.

Parpaillon - Westrampe Mitte Schotterende Pano

Parpaillon - Westrampe Mitte Einfahrt SchotterabkürzungBleibt man von da an auf der Hauptstraße, ändert sich das auch nicht mehr. Wer noch 1,5 Kilometer mehr losen Untergrund vertragen kann, der sollte in einer scharfen Rechtskehre einfach gerdeaus der Beschilderung nach Emprun par Crevoux folgen. Von der Streckenlänge her ist es eine Abkürzung, kurz hinter Crevoux treffen Umweg und einen Kilometer längere Hauptstraße wieder aufeinander.

Parpaillon - Westrampe Mitte Belag auf Umweg 3DDer Pfad ist mit das Schwierigste, was man am Parpaillon unter die Räder bekommen kann, vergleichbar mit den heftigsten Stellen der Südost-Rampe. Die komplette Strecke liegt im Wald, ist nur eine Spur breit und hat stellenweise starkes Gefälle vorzuweisen. Geröll liegt quer verteilt auf dem Weg, es gibt tiefe Rinnen und halb eingegrabene Steine, wieder groß wie Fußbälle.

Parpaillon - Westrampe unten Blick auf SeeAuf den restlichen zehn Kilometer bis ganz runter ins Tal wird die Straße nach unten hin immer breiter. Wobei Qualität des Asphalts und Fahrbahnbreite mehrmals wechseln, hier ist es hubbelig und kurz danach steht 1a Asphalt für tiefe Kurvenlagen zur Verfügung. Gegen Ende hin kommt der östlichste Zipfel des sichelförmigen Lac de Serre Poncon zum Vorschein.

Aber wen interessieren diese letzten 10 Kilometer. Das ist Ausrollfläche, wer die Strecke fährt der interessiert sich nur für die 21 Kilometer unbefestigte Straße.


Fazit:
Der Col du Parpaillon bietet feinstes Schottererlebnis auf einfacher bis mittelschwerer Piste. Die Landschaft ist vielleicht nicht atemberaubend, aber mit dem Kontrast aus dicht bewaldet und sehr kahl sicherlich einen Besuch wert. Freunde des Schotter kommen ganz sicher auf ihre Kosten.


Straßenverhältnisse :

Parpaillon - Ostrampe oben Piste Abhang 3DDie hier beschriebene Strecke ist 41 Kilometer lang. Davon 21 Kilometer Schotter am Stück und nochmal 1,5 oberhalb von Crevoux. Letztere fand ich mit am Schwierigsten, gefolgt von den oberen Gefilden der Ostrampe. Steile Steigungen, viel loses Material, Rinnen, eine Mischung aus allem. Dennoch gibt es sehr viel heftigere Pisten.
Um den Schwierigkeitsgrad der Südost-Rampe ins Verhältnis zu setzen: Der Tremalzo(i) ist schlimmer, Sommeiller wesentlich schlimmer, Asietta(i) und Finestre(i) dagegen einfacher.
Die Westrampe ist einfach gestrickt. Die kommt man auch mit Anfänger-Kenntnissen in Sachen Schotter hoch und runter. Die 1,5 Extra-Kilometer rund um Crevoux sollten dagegen nur Leute mit ein bisschen Erfahrung angehen.


Ein-Ausfahrt :

Parpaillon - Ostrampe unten Abzweigung WegweiserDie Ostrampe startet in La Condamine Châtelard, wo sie nur aus Süden kommend mit "Tunnel du Parpaillon" ausgeschildert ist. Aus der anderen Seite der D29 folgen. Abgesehen davon gibt es in dem Ort auch nur eine größere Kreuzung. Nicht vergessen, nach 4,7 Kilometern in der Kehre rechts abbiegen. Die hölzerne Hinweistafel kann man sehr schnell übersehen.

Parpaillon - Ostrampe unten Einfahrt Pano

Im Westen ist mir keine Schild aufgefallen, das auf Pass oder Tunnel verwiesen hat. Man sollte sich daher an der D39 und dem kleinen Ort Crevoux orientieren, auf den wiederum oft hingewiesen wird.


Passhöhe (u.a.Restaurants/Hotels) :

Parpaillon - Passhöhe NordseiteDie Passhöhe ist durch einen rund 600 Meter langen Scheiteltunnel zweigeteilt. Auf beiden Seiten steht vor der Einfahrt Parkfläche zur Verfügung, im Norden mehr als im Süden. Unterkünfte oder andere Gebäude sucht man vergebens, auch unterhalb der Passhöhe. Bäume, Bänke, Tische, nichts ist vorhanden. Als Pausenort somit nur für Selbstverpfleger zu empfehlen.
Im Tal sollte man der Ausschilderung Beachtung schenken, ob der Tunnel überhaupt geöffnet ist und der kompletten Befahrung des Passes nichts im Weg steht.

Parpaillon - Passhöhe Tunnel HelmcamIm Inneren des Tunnels ist es auch im Hochsommer ziemlich kalt, daher kann es selbst an den wämsten Tagen zu Vereisungen kommen. Noch dazu ist es stockfinster, wodran wenigstens die Funzel meiner XT 660 nicht viel geändert hat. Das Bild der Helmcam ist zwar unscharf, aber vom Sichtvergnügen zeigts ziemlich genau, was ich im Tunnel mit eigenen Augen gesehen habe.

Parpaillon - Passhöhe Tunnelinneres HöhleAuf einer asphaltierten Straße wäre das kein Problem, der lose Untergrund in dem Tunnel du Parpaillon könnte dagegen für einige Überraschungen sorgen. Es ist kaum zu erkennen, auf welcher Art Untergrund man gerade fährt. Bei meinem Besuch an einem heißen August-Tag war die südliche Hälfte komplett naß, sehr matschig und daher auch rutschig, ich bin mit den Rädern wie durch schwammige Butter gefahren. Die nördliche Hälfte war dagegen relativ trocken und einfach zu bewältigen. Mit tiefen Schlaglöchern und von jetzt auf gleich unterschiedlichen Belägen bzw. Bodenbeschaffenheit sollte man jederzeit rechnen.

Faustformel: In der Fahrbahnmitte liegt die schwammige Erde, rechts und links davon Pfützen unterschiedlich Größe und Tiefe. Traktorspuren in einem nassen Sandkasten.

Parpaillon - Passhöhe Tunnel Tore AutoDie Einfahrt ist gerade breit genug für ein Auto, daher sollte man vorher schauen, ob sich aus dem Tunnel Lichter nähern. Wobei ein flüchtiger Blick nur bedingt aussagekräftig ist, da man im Freien stehend das andere Tunnelende nicht sehen kann. Mitten auf der Strecke gibt es jedoch ein paar breitere Stellen, an denen in alle Richtungen mehr Platz ist. Ob es sich dabei um natürliche Aushöhlungen, irgendwann eingestürzte Bereiche oder absichtlich eingebaute Verbreiterungen handelt, kann ich nicht sagen.

Wie auch immer. Am Besten vorher nach etwaigem Gegenverkehr Ausschau halten, wegen der Kälte vor der Attacke gut einpacken, langsam fahren und auf alles gefasst sein, dann ist das Ding kein Problem. Doch tuet bedenken: Eine Pfütze kann lediglich ein paar Zentimeter tief sein, muss aber nicht.


Besonderheiten :

Tja, wie heißt er denn nun wirklich. Auch wenns sich nur um einen Buchstaben handelt, ich konnte nicht ermitteln ob es nun 'de' oder 'du' Parpaillon heißt. Die Michelinkarte spricht von 'de', Wikipedia von 'du', eine Google-Suche ergibt ungefähr gleichviele Ergebnisse für 'de' und 'du'. Ich habe mich im Bericht für das 'du' entschieden, nicht zuletzt weil es vor Ort am Häufigsten verwendet wird.



Weitere Bilder:


Pässe/Strecken in der Nachbarschaft
Allos (i)
Coche (i)

(i) Beschreibung in Arbeit (n) Nicht befahren - beidemale keine ausführliche Beschreibung

Blogbeiträge
Parpaillon & Moutière --- vom 17. März 2014

Neue Pässe 2012 --- vom 10. September 2012


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